RI • 21. August 2025
RI • 21. August 2025
Besuch aus der Politik
vlnr: Matthias Bach (CDU Neulingen), Nico Gunzelmann (CDU Landtagskandidat Enzkreis), Joachim Fuchs (CDU Neulingen), Andreas Wiesenfarth (Vors. Werkstattrat), Karin Hajeck (stv. BM Neulingen) , Maik Brenner (Fachkraft Gärtnerei), Hanna Stoy (Fachkraft Wohnbereich), Nikolaus Ebner (GF Auenhof), Rainer Ilg (Förderverein Auenhof).
Kürzlich hatten wir Besucher aus der Politik, die sich sehr für den Auenhof und unsere Anliegen interessiert haben.
„Bürokratie darf kein Bremsklotz sein“, sagt CDU-Landtagskandidat Nico Gunzelmann.
Beim Besuch ging es um unser aktuelles Wohnprojekt, bei dem wir inzwischen die erste der beiden Runden im Förderausschuss erfolgreich bestanden haben. Wir hoffen, dass die zweite Runde im Oktober genau so erfolgreich verlaufen wird und wir dann den positiven Förderbescheid erhalten.
Aber es ging auch auch um die vielen anderen Herausforderungen, die uns beschäftigen.
Wichtig für unsere Besucher war, dass sie verschiedene Blickwinkel vermittelt bekamen, sowohl aus Sicht der Geschäftsleitung, als auch aus der Sicht der betreuten Menschen, wie auch aus Sicht der Fachkräfte und der Angehörigen und des Fördervereines.
„Das Wohnprojekt ist dringend notwendig, um den steigenden Bedarf an Plätzen zu decken.
Bürokratische Hürden dürfen hier nicht zum Bremsklotz werden“, betonte Gunzelmann.
Die Politik muss Rahmenbedingungen verbessern, darüber waren sich alle in der Runde einig.
Das gilt für steigende bürokratische Anforderungen, über unzureichende Betreuungsschlüssel bis hin zu
fehlender Flexibilität für innovative Projekte wie ein geplantes inklusives Café.
„Wer Inklusion und innovative Konzepte fordert, muss sie auch ermöglichen. Dafür braucht es
praxisnahe Entscheidungen und verlässliche Unterstützung von Land und Kommunen“, erklärte
Rainer Ilg.
Gunzelmann ergänzte: „Während die Bedarfe steigen, werden immer mehr Vorschriften auf die
Träger abgewälzt. Das führt zu nicht hinnehmbaren Belastungen. Gleichzeitig dürfen die
individuellen Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung und ihren Familien nicht aus dem
Blick geraten. Einrichtungen wie der Auenhof brauchen daher mehr Vertrauen – und damit mehr
Freiheiten.“
Auch aus der Kommunalpolitik kam klare Unterstützung: „Der Auenhof ist nicht nur ein Ort der
Betreuung, sondern ein Ort der Teilhabe. Neulingen ist stolz, eine so wichtige Einrichtung vor Ort
zu haben. Daher unterstützen wir den Auenhof gerne nach Kräften aus dem Gemeinderat“,
betonten Matthias Bach und Joachim Fuchs.
Aktuelles

Am 7. Mai fand auf dem Pforzheimer Marktplatz der Europäische Protesttag für die Gleichstellung der Menschen mit Behinderung statt. Der Auenhof war natürlich dabei, mit einer richtig großen Gruppe. Zuvor war schon in Stuttgart eine große Kundgebung, bei der auch der Anthropoi-Bundesverband und natürlich auch Andreas Wiesenfarth als inklusives Vorstandsmitglied teilgenommen hat. Wir alle haben dabei die Menschen vertreten, die nicht so sehr das große Wort führen und sich nicht eloquent Gehör verschaffen können. Vielleicht ist dem einen oder anderen Besucher durch die Vielfalt unserer Gruppe bewusst geworden, dass es ganz unterschiedliche Lösungen und Hilfsangebote für die verschiedenen Bedürfnisse braucht. Dafür steht der Auenhof: Ambulant betreute Wohngemeinschaften in verschiedenen Gemeinden wie auch gemeinschaftliches Wohnen auf dem Auenhof. Arbeiten auf dem "normalen" Arbeitsmarkt und Arbeiten zusammen mit Bethesda in der Wäscherei oder in der Gärtnerei, dem Hofladen, der Manufaktur oder der Warmküche um den Auenhof herum. Und Förderung und Betreuung sowie Tagesstruktur für Menschen, die nicht den ganzen Tag arbeiten können. Das Ziel ist ein erfülltes Leben in seiner ganzen Vielfalt mit den ganz unterschiedlichen Voraussetzungen und Möglichkeiten, die die Menschen mitbringen. Alle diese Lösungen haben ihre Berechtigung und stehen gleichwertig nebeneinander.

Dank dem intensiven und lautstarken Support der KSC-Fans vom Auenhof konnte der KSC am 10. April ein überragendes 4:1-Ergebnis gegen die Arminia Bielefeld einfahren. Auch beim Sport gilt: Der Auenhof hilft, wo er kann. 😉 Vielen Dank dem KSC, dass er dieses tolle Erlebnis gesponsert hat! Unsere Fußball-Experten dankten es dem KSC durch bedeutende Investitionen in Fan-Artikel im dortigen Shop. Und ebenso herzlichen Dank allen Haupt- und Ehrenamtlichen vom Auenhof, die begleitet haben und damit den Ausflug ermöglicht haben 😍.

Die Orchestergemeinschaft Neulingen hat uns ein blasmusikalisches Highlight in unserem Gemeinschaftshaus beschert. Ein ganz neues Format als Kurzkonzert am Sonntag Mittag, der Saal war voll besetzt mit begeisterten Konzertgästen aus der Gemeinde und mit Blasmusikfans aus den Reihen der betreuten Menschen vom Auenhof. So geht gemeinsames Miteinander, auch nach dem Konzert beim Austausch und Plausch zum Weißwurst-Vesper, serviert vom Förderverein. Gerne wieder!

Ende März fand der inklusive, regionale Selbsthilfetag der Anthropoi Selbsthilfe am Auenhof statt. Menschen mit Betreuungsbedarf und ihre Angehörigen haben ihre Erfahrungen zum Thema Selbstbestimmung beim Arbeiten, beim Wohnen und bei der Freizeitgestaltung ausgetauscht und sich wieder einmal untereinander wertvolle Hilfestellungen und Tipps geben können. Deutlich war auch hier wieder: Die betroffenen Menschen wissen, wo, wie und mit wem sie ihr Leben gestalten wollen. Was sie dazu brauchen, neben den ihnen zustehenden gesetzlichen Leistungen: Ein zugewandtes Umfeld und die Bereitschaft, Ihnen zuzuhören. Und bei Bedarf auch die Dienstleistung ihrer gesetzlichen Betreuer, um ihnen ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Was sie nicht brauchen: Bevormundung und Aufdrängen von Vorstellungen über die Art, wie sie zu leben, zu arbeiten und ihre Freizeit zu verbringen haben. Von niemandem. Weil: Personenzentrierung ist kein Schlagwort für Sonntagsreden, sondern gilt auch, wenn die jeweiligen Vorstellungen der Betroffenen anders sind, als es ins eigene Weltbild passt. Die Welt der Menschen mit Behinderung und das Spektrum der Bedürfnisse passt nicht in kleine, durch ideologische Denksperren begrenzte Kästchen. Nichts über uns, ohne uns. Das wurde an diesem Tag wieder deutlich. Auch und gerade für diejenigen Menschen mit Behinderung, die sich nicht eloquent präsentieren können und ihre Bedürfnisse nicht als vermeintlich allgemeingültig darstellen können. Zu oft gehen laute Diskussionen und Selbstdarstellungen an der Lebenswelt genau dieser Menschen weit vorbei. Das muß anders werden.
Weiter geht es mit der Vorstellung unserer Sport- und Bewegungsaktivitäten. Hier zeigen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer unserer Wassermannschaft. Manche davon sind schon sehr sicher im Wasser, andere lernen das noch unter fachkundiger Anleitung. Auch dieses Angebot wird neben einigen anderen Angeboten ermöglicht durch das ehrenamtliche Engagement aus dem Umfeld des Auenhofes und durch die Unterstützung des Fördervereines.




