Fotoausstellung
RI • 9. Mai 2023
Auftakt zum Jubiläumsjahr 20 Jahre Auenhof
Der Auenhof feiert in diesem Jahr sein zwanzigjähriges Bestehen.
Aus diesem erfreulichen Anlass finden in diesem Jahr eine ganze Reihe von Veranstaltungen statt.
Zum Auftakt wurde am 5. Mai, Europäischer Tag der Gleichstellung von Menschen mit Behinderung, im Rahmen einer kleinen Feier die Fotowanderausstellung der Freiwilligenagentur Enzkreis/Pforzheim FRAG präsentiert.
Der Fotograf Sebastian Seibel hat dazu Menschen porträtiert, die sich ehrenamtlich engagieren, mit dabei sind auch Menschen vom Auenhof, mit und ohne Behinderung, direkt an ihrem Wirkungsort.
Die ausgestellten Fotos heben die Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements hervor und unterstreichen den wichtigen Beitrag, den Freiwillige für die Entwicklung der Gesellschaft leisten.
Sie zeigen die Vielfalt von Menschen jeden Alters, Geschlechts und Herkunft, die sich freiwillig engagieren.
Die Bilder der Ausstellung sind schlicht gehalten und stellen die Engagierten in den Mittelpunkt, ohne diese in den Vordergrund zu drängen.
Die Ausstellung möchte andere ermutigen, sich ebenfalls freiwillig zu engagieren und zeigt die Motivation und Leidenschaft der Engagierten.
Unser Geschäftsführer Nikolaus Ebner, seit Anfang des Jahres im Amt, konnte neben etlichen Gästen aus der Region auch die Bürgermeister Michael Schmidt aus Neulingen und Norman Tank aus Ölbronn-Dürrn, sowie Katja Kreeb, Sozialdezernentin des Enzkreises, begrüßen.
Die Förder- und Betreuungsgruppe hieß auf der Bühne mit einer kleinen Darbietung den endlich einziehenden Frühling willkommen und erntete dafür begeisterten Applaus, während Raphael Jung von den Auszubildenden des Auenhofes die Feier am Klavier musikalisch umrahmte.
In seiner Begrüßungsrede schlug Nikolaus Ebner den Bogen zur aktuellen Diskussion um die Entwicklung inklusiver Arbeitsplätze.
Der Bundesverband anthroposophisches Sozialwesen e.V. hat dazu kürzlich ein Positionspapier „Inklusiver Arbeitsmarkt“ veröffentlicht:
„Arbeit ist mehr als Produktion von Waren und Dienstleistungen, das gemeinsame Arbeiten und Tätigsein ermöglicht Wertschätzung, sozialen Zusammenhalt und schafft Identität.
Ein inklusiver Arbeitsmarkt schließt deshalb unbedingt auch Bereiche des gesellschaftlichen Lebens mit ein, die bisher zwar als gesellschaftlich bereichernd wahrgenommen werden, aber in einem stark leistungsorientierten Wirtschaftssystem scheinbar nicht wettbewerbsfähig sind. Eine inklusive Gesellschaft hat den Anspruch, möglichst vielfältige, leicht zugängliche und nachhaltige Angebote finanziell zu ermöglichen.“
Die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen und die UN-Behindertenrechtskonvention geben dafür den Rahmen vor und die aktuellen Weltereignisse zeigen sehr deutlich, wie notwendig solche Transformationsprozesse sind.
Dr. Barbara Mierzwa, Leitung des sozialen Dienstes Wohnen und Andreas Wiesenfarth, Vorsitzender des Werkstattrates, waren auf Bundesebene an der Formulierung dieser Kernaussagen beteiligt, worüber man sich auf dem Auenhof als vergleichsweise kleine Einrichtung sehr freut und auch ein wenig stolz ist.
Michael Schmidt, Bürgermeister von Neulingen, betonte in seiner Ansprache das konstruktive Miteinander, die Integration des Auenhofes in das Gemeindeleben und die stete Bereitschaft und Offenheit der Gemeinde für die weitere Entwicklung des Auenhofes.
Die Feierlichkeiten im Jubiläumsjahr setzen sich fort am 19. Mai, wenn das kommunale Kino Pforzheim
wieder einmal Gast auf dem Auenhof ist und die Bevölkerung zum gemeinsamen Open Air Kinoabend einlädt.
Falls das Wetter nicht mitspielt, ist für ein trockenes Kinoerlebnis gesorgt.
Und das Hauptereignis ist dann am Sonntag, 21. Mai, der Tag der offenen Tür, für den sich der Auenhof schon seit Monaten auf viele Gäste und interessierte Besucher vorbereitet, um zu zeigen, wie man dort lebt und arbeitet.
Aktuelles

Am 7. Mai fand auf dem Pforzheimer Marktplatz der Europäische Protesttag für die Gleichstellung der Menschen mit Behinderung statt. Der Auenhof war natürlich dabei, mit einer richtig großen Gruppe. Zuvor war schon in Stuttgart eine große Kundgebung, bei der auch der Anthropoi-Bundesverband und natürlich auch Andreas Wiesenfarth als inklusives Vorstandsmitglied teilgenommen hat. Wir alle haben dabei die Menschen vertreten, die nicht so sehr das große Wort führen und sich nicht eloquent Gehör verschaffen können. Vielleicht ist dem einen oder anderen Besucher durch die Vielfalt unserer Gruppe bewusst geworden, dass es ganz unterschiedliche Lösungen und Hilfsangebote für die verschiedenen Bedürfnisse braucht. Dafür steht der Auenhof: Ambulant betreute Wohngemeinschaften in verschiedenen Gemeinden wie auch gemeinschaftliches Wohnen auf dem Auenhof. Arbeiten auf dem "normalen" Arbeitsmarkt und Arbeiten zusammen mit Bethesda in der Wäscherei oder in der Gärtnerei, dem Hofladen, der Manufaktur oder der Warmküche um den Auenhof herum. Und Förderung und Betreuung sowie Tagesstruktur für Menschen, die nicht den ganzen Tag arbeiten können. Das Ziel ist ein erfülltes Leben in seiner ganzen Vielfalt mit den ganz unterschiedlichen Voraussetzungen und Möglichkeiten, die die Menschen mitbringen. Alle diese Lösungen haben ihre Berechtigung und stehen gleichwertig nebeneinander.

Dank dem intensiven und lautstarken Support der KSC-Fans vom Auenhof konnte der KSC am 10. April ein überragendes 4:1-Ergebnis gegen die Arminia Bielefeld einfahren. Auch beim Sport gilt: Der Auenhof hilft, wo er kann. 😉 Vielen Dank dem KSC, dass er dieses tolle Erlebnis gesponsert hat! Unsere Fußball-Experten dankten es dem KSC durch bedeutende Investitionen in Fan-Artikel im dortigen Shop. Und ebenso herzlichen Dank allen Haupt- und Ehrenamtlichen vom Auenhof, die begleitet haben und damit den Ausflug ermöglicht haben 😍.

Die Orchestergemeinschaft Neulingen hat uns ein blasmusikalisches Highlight in unserem Gemeinschaftshaus beschert. Ein ganz neues Format als Kurzkonzert am Sonntag Mittag, der Saal war voll besetzt mit begeisterten Konzertgästen aus der Gemeinde und mit Blasmusikfans aus den Reihen der betreuten Menschen vom Auenhof. So geht gemeinsames Miteinander, auch nach dem Konzert beim Austausch und Plausch zum Weißwurst-Vesper, serviert vom Förderverein. Gerne wieder!

Ende März fand der inklusive, regionale Selbsthilfetag der Anthropoi Selbsthilfe am Auenhof statt. Menschen mit Betreuungsbedarf und ihre Angehörigen haben ihre Erfahrungen zum Thema Selbstbestimmung beim Arbeiten, beim Wohnen und bei der Freizeitgestaltung ausgetauscht und sich wieder einmal untereinander wertvolle Hilfestellungen und Tipps geben können. Deutlich war auch hier wieder: Die betroffenen Menschen wissen, wo, wie und mit wem sie ihr Leben gestalten wollen. Was sie dazu brauchen, neben den ihnen zustehenden gesetzlichen Leistungen: Ein zugewandtes Umfeld und die Bereitschaft, Ihnen zuzuhören. Und bei Bedarf auch die Dienstleistung ihrer gesetzlichen Betreuer, um ihnen ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Was sie nicht brauchen: Bevormundung und Aufdrängen von Vorstellungen über die Art, wie sie zu leben, zu arbeiten und ihre Freizeit zu verbringen haben. Von niemandem. Weil: Personenzentrierung ist kein Schlagwort für Sonntagsreden, sondern gilt auch, wenn die jeweiligen Vorstellungen der Betroffenen anders sind, als es ins eigene Weltbild passt. Die Welt der Menschen mit Behinderung und das Spektrum der Bedürfnisse passt nicht in kleine, durch ideologische Denksperren begrenzte Kästchen. Nichts über uns, ohne uns. Das wurde an diesem Tag wieder deutlich. Auch und gerade für diejenigen Menschen mit Behinderung, die sich nicht eloquent präsentieren können und ihre Bedürfnisse nicht als vermeintlich allgemeingültig darstellen können. Zu oft gehen laute Diskussionen und Selbstdarstellungen an der Lebenswelt genau dieser Menschen weit vorbei. Das muß anders werden.
Weiter geht es mit der Vorstellung unserer Sport- und Bewegungsaktivitäten. Hier zeigen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer unserer Wassermannschaft. Manche davon sind schon sehr sicher im Wasser, andere lernen das noch unter fachkundiger Anleitung. Auch dieses Angebot wird neben einigen anderen Angeboten ermöglicht durch das ehrenamtliche Engagement aus dem Umfeld des Auenhofes und durch die Unterstützung des Fördervereines.

Am 28.02. fand in Haslach im Kinzigtal die Südbadischen Meisterschaften im Inklusionsfußball statt. Zwei Mannschaften des CfR Pforzheim haben die Reise auf sich genommen. Mit dabei waren die Auenhöfler Diana Grimm, Lukas Grunewald, Maximilian Reschreiter, Fabian Ulm und Michael Schneider als Trainer. Toni DiFranco konnte verletzt nicht mitwirken, feuerte als Edelfan aber leidenschaftlich an. Beim Inklusionsfußball gibt es vier verschiedene Leistungsklassen A bis D. Wobei A das sogenannte Leistungsteam ist und D die Spaßmannschaft. Beim Turnier in Haslach treten die Pforzheimer Spielerinnen und Spieler in den Kategorien C und D außer Konkurrenz an, da wir zum Nordbadischen Fußballverband gehören. Trotzdem fahren wir jedes Jahr sehr gerne nach Haslach, weil der Rahmen und die Organisation des Turniers so großartig sind. Besonders die D-Mannschaft spielte und kämpfte sich mit Leidenschaft und viel Fair Play in die Herzen der Zuschauer. Diana Grimm spielte ihr erstes Turnier und zeigte eine tolle Leistung. Fabian Ulm verteidigte leidenschaftlich und unterband einige gefährliche Angriffe unserer Gegner. Maxi Reschreiter war im Sturm stets gefährlich und es fehlten nur Zentimeter zum ersten Torerfolg. Lukas Grunewald war es vorbehalten, den 1 zu 0 Siegtreffer bei unserem letzten Spiel zu erzielen. Der Jubel bei der Mannschaft und dem Trainerteam war im Anschluss grenzenlos.

Wir waren überwältigt vom riesigen Interesse der Landfrauen Dürrn-Neulingen am Leben und Arbeiten auf dem Auenhof. Unter der Leitung von Ulrike Ziegler und begrüßt von den Frauenbeauftragten Stella Martjan, Nicole Knab und deren Vertrauenspersonen Martina Ilg und Martina Grimm, haben uns anlässlich des Internationalen Frauentages um die 40 Frauen besucht, um sich mit unseren Frauen auszutauschen und das Leben hier kennenzulernen. Ein paar männliche Begleiter durften natürlich auch dabei sein :-). Ganz schnell fand man einen Draht zueinander, manche kennen sich sowieso schon lange. Bei Kaffee und Kuchen gab es viel voneinander zu erfahren und einiges vom Auenhof und den sozialpolitischen und finanziellen Rahmenbedingungen zu hören. Eine Spendenübergabe war zwar angekündigt, dass während des Besuches die Summe aber spontan auf über 600€ für unser Wohnprojekt erhöht wurde, hat uns umgehauen. Vielen, vielen Dank dafür und für den schönen und herzlichen Nachmittag. Ganz sicher werden wir uns bald wieder treffen um uns auszutauschen, es gibt noch viel zu erzählen und voneinander zu lernen! Genau so geht Inklusion in der Mitte der Gesellschaft: auf Augenhöhe, durch Zuhören und ohne Belehrungen. Und, wie hier zu sehen: das Angebot vom Hofladen wurde glatt überrannt. Deshalb: Machs wie die Landfrauen, sei schlau, kauf Gemüse und vieles andere bei uns ein, alles ist biologisch angebaut und mit Liebe von den besonderen Menschen hier veredelt.

Der Auenhof durfte auch dieses Jahr wieder eine sehr grosszügige Spende über 4000€ von Firma Kummer in Ötisheim entgegennehmen. Die Familie Hofmann als Firmeninhaber unterstützt den Auenhof wie auch andere wichtige soziale Einrichtungen und Projekte seit vielen Jahren kontinuierlich und umfangreich. Das ist Engagement aus der Mitte der zielzitierten Zivilgesellschaft im besten Sinn und bewirkt unmittelbar viel Gutes. Besonders erfreulich und anerkennenswert ist dieses Engagement, weil es auch in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten und generationenübergreifend weitergeführt wird. Aktuelle Projekte am Auenhof, die damit unterstützt werden, sind Outdoor-Sportgeräte, das laufende Angebot an Yogakursen und Musiktherapie sowie auch ein Verkaufsautomat für den Hofladen, der derzeit sukzessive aufgebaut wird. Foto aus PZ v.9.12.25

Seit einigen Jahren schon bereichert der Auenhof mit einigen Handball-Assen die Mannschaft "Habichte" der Lebenshilfe Bruchsal-Bretten. Anne und Andreas geben erfolgreich ihr Bestes, die Spiele gegen erfahrene AH-Mannschaften aus der Region von Sieg zu Sieg zu führen. Meistens jedenfalls. 🤭😉 Am letzten Wochenende machte man Punkte gegen Bruchsal-Untergrombach und gegen die Mannschaft aus Karlsruhe. Gesiegt hat aber wie immer die Freude am Spiel, der Begegnung und der Sportsgeist bei allen, die teilgenommen haben.

